Partnerschaftsprojekt der Matthäusgemeinde Rawalpindi-Hospital-Center in Pakistan


Hintergrund und Projektentwicklung

In der Region von Rawalpindi wurden die Leprakranken schon Ende des 19. Jahrhunderts von Mitgliedern der Presbyterianischen Kirche aus England betreut, und Anfang des letzten Jahrhunderts wurde das erste Lepra-Asyl dort gebaut.

Dieses Projekt wurde 1968 den Christusträgerinnen, einer protestantischen Schwesterngemeinschaft, von der British Leprosy Mission zur weiteren Betreuung übergeben. (Ordenssitz in Deutschland: Bensheim-Auerbach, www.christustraeger-schwestern.de)

In Pakistan sind die Christusträgerinnen als lokaler, gemeinnütziger Verein „Aid to Leprosy Patients“ (ALP) registriert.

Projektaktivitäten

Derzeit gibt es vier Arbeitsschwerpunkte der Christusträgerinnen

  1. Das Rawalpindi Leprosy Hospital, das über 72-Betten verfügt und als eines der beiden Schwerpunktkrankenhäuser(neben MALC, Karachi, Dr. Ruth Pfau) für die Lepra im ganzen Land dient. Das Hospital ist Anlaufstation für Lepra- und Tuberkulosepatienten aus dem Punjab, dem pakistanischen Teil Kaschmirs, Teilen der nordwestlichen Grenzprovinz und der Northern Areas.

  2. Das flächendeckende Lepra-Kontrollprogramm der Provinz Punjab,
    das in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium der Provinz durchgeführt wird. Das Lepra-Kontrollprogramm ist seit 1997 mit einem Blindheits-Verhütungsprogramm kombiniert. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) beteiligt sich an diesem Augenprogramm, hier werden jedes Jahr etwa 600 Patienten behandelt. Im Rahmen der Leprakontrolle führt das Hospital Feldarbeit in Form von „Skin Camps“ (Hautsprechstunden) durch, wodurch noch immer viele neue Lepra-Fälle entdeckt werden.

  3. Die Behandlung von MDR-Patienten
    Seit dem Jahr 2000 ist das Rawalpindi Leprosy Hospital ein von der Regierung anerkanntes Zentrum für die Tuberkulosebehandlung. Die Zahl der TB Kranken in Pakistan nimmt von Jahr zu Jahr zu. Pakistan ist ein sog. „high-burden country“ für die multiresistente TB (MDR-Patienten). Die Behandlung dieser Form der Tuberkulose ist extrem aufwändig und auch sehr kostenintensiv. Die Christusträgerinnen nehmen sich dieser Aufgabe seit dem Jahr 2007 an und haben bereits sehr gute Erfolge erzielt.

  4. Wiederaufbauprogramm nach dem Erdbeben (Oktober 2005)
    Die Christusträgerinnen (ALP) sind seit Jahren in der von dem Erdbeben betroffenen Region tätig und dort sehr gut verankert. Sie konnten sehr genau feststellen, wo der Bedarf nach Hilfsleistungen am Größten ist. Bis Ende 2007 konnten mit ihrer Hilfe insgesamt 149 Häuser wieder aufgebaut werden. Die Maßnahmen kommen vor allem Witwen und Waisen, aber auch Patienten und Mitarbeitern zugute. Die Hilfsmaßnahmen richten sich unmittelbar an 349 Personen und deren Familien. Die Christusträgerinnen arbeiten mit einem Team von Baufachleuten zusammen, die sicherstellen, dass die Häuser erdbebensicher gebaut werden.

"Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!" Ihre Sr. Dr. Chris Schmotzer

Allgemeine Projektdaten
Berichtsdaten 2006

Patientenzahlen

  • Neue Leprafälle 82
  • Neue Tuberkulosefälle 185
  • Behandelte Dermatologenpatienten 6.575
  • Teilnehmer an sozialer Rehabilitation 40

Anzahl der Mitarbeiter

  • 1 Arzt Vollzeit, 1 Arzt Teilzeit
  • 3 Laborantin
  • 25 Sozialarbeiter
  • 28 Schwestern
  • 4 Mitarbeiter in der Verwaltung
  • Küchen und Wäschereipersonal

 Finanzdaten

  • Projektetat DAHW 2008 121.023 €
  • Gesamter Projektetat 182.629 €
  • DAHW-Zuwendung insgesamt seit 1970 3.425.999 €

Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.